Betzavta (hebr. "Miteinander") ist ein aus Israel stammender Ansatz der Politischen Bildung, der erfahrungs- und erlebnisorientiertes Lernen mit wesentlichen Inhalten und Aspekten der Politischen Bildung verbindet. Im Rahmen meiner Ausbildung zum Betzavta-Trainer am Gustav-Stresemann-Institut in Bad Bevensen (D) biete ich Kurzseminare (1-2 Übungen) sowie Wochenendveranstaltungen (1,5 Tage Vollprogramm) nach der Betzavta-Methode an.

Politische Bildung erleben

Gerade im deutschen Sprachraum genießt die Politische Bildung oft den zweifelhaften Ruf, reines "Institutionenlernen" zu sein. Im Zentrum stehen oft politische Systeme, Akteure und Muster. Betzavta greift in dieser Frage tiefer und hebt den gesellschaftlichen Alltag bis hinein in kleine Gruppen als das "eigentlich Politische". Politik und politisches Denken wird so zu einer Sache des täglichen Erlebens - und Betzavta hilft dabei, diese Prozesse zu reflektieren bzw. von neuen Seiten zu betrachten.

Vom Konflikt ins Dilemma

Betzavta geht davon aus, dass hinter jedem Konflikt in kleinen oder größeren Gruppen bis hin zur Gesellschaft Bedürfnisse stehen, die prinzipiell gleichwertig sind. Durch erlebnispädagogische und erfahrungsbezogene Übungen soll die Gruppe diese Bedürfnisse an sich selbst erkennen. Daraus resultiert die Erfahrung, das Bedürfnis des jeweils anderen in sich selbst zu finden und somit ins Dilemma zu kommen: Kenne ich das Bedürfnis des anderen nicht an mir selbst gut genug?
In weiterer Folge wird durch methodische Schritte des demokratischen Lernens versucht, das Dilemma zu lösen und somit auch Optionen für die Lösung des ursprünglichen Konflikts offen zu legen.

Demokratie ist mehr als nur die Mehrheit

Die Betzavta-Methodik bietet nicht nur die Möglichkeit, politisches Denken und Handeln im Alltag an sich selbst zu erleben, sondern ist auch eine ausgezeichnete Methodik, um Konflikte bzw. Verhandlungspunkte zu bearbeiten. Im Zentrum steht dabei der Gedanke, dass die klassische Mehrheitsabstimmung die undemokratischste aller demokratischen Entscheidungsfindungen ist. Verschiedene methodische Schritte sollen dabei helfen, bisher unbekannte Alternativen zu finden und der Bildung von Minderheiten durch die Mehrheit vorzubeugen. Besonders geeignet ist diese Methodik für:

  • Entscheidungsprozesse in Gruppen trainieren (Wahl einer Option, Kompromissfindung, kleinster gemeinsamer Nenner vs. größtes gemeinsames Vielfaches etc.)
  • Demokratische Prozesse in der Gesellschaft reflektieren (Wahlsysteme, Möglichkeiten der Beteiligung, Grenzen des Gehorsams etc.)
  • Politische Grundgedanken in ihrer Ambivalenz spüren (Freiheit vs. Sicherheit, Individual- vs. Gemeinwohl etc.)
  • Verschiedene politische Systeme erkennen (unterschiedliche Demokratiemodelle)

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